Weltmeisterschaft in San Marino

Fünfzehn Kämpfer aus ganz Deutschland, die Monate zuvor von Hasan Arslan und Ferdinand Mack im Auswahlverfahren nominiert worden waren, reisten voll motiviert zur Weltmeisterschaft der IAKSA nach San Marino und kamen mit zahlreichen Titeln, Gürteln und Medaillen zurück. Das Team, bestehend aus Frauen, Männern einem elfjährigen Jungen und einem elfjährigen Mädchen, fuhr in Begleitung der Supervisor und Betreuer am 04. April 2013 nach San Marino. Mit dabei waren die Kampfrichter Fatma Örgü, bekannt als die „Rote Türkin“ und Christian Pfeiffer. Die Unterbringung im Feriencamp sowie die Verpflegung waren zufriedenstellend, die Laune der Kämpfer, die sich zum Teil erst auf der Fahrt nach San Marino kennen lernten, war von Beginn an unglaublich locker und freundschaftlich, die Stimmung war super. Der Zusammenhalt im Team verfestigte sich in kürzester Zeit. Die Kämpfer sehnten sich den Beginn des Turniers herbei. Wiegen und Registrierung verliefen schnell und unkompliziert. Unmittelbar nach dem Wiegen genossen einige Kämpfer deftige Snacks und leckere Kuchenstückchen.

 

Am 06. und 07. April 2013 zeigten die Kämpfer und Formenläufer in den Disziplinen Vollkontakt und Leichtkontakt Kickboxen, Pointfighting, Vollkontakt mit Lowkicks, traditionelle Kobudo und offene Waffenformen, was in ihnen steckt.

 

Scharsad „Prinzessin“ Shahmirzadi, mitunter eine der Hoffnungsträgerinnen der Deutschen, trat im Leichtkontakt und im Vollkontakt der Damen an, kämpfte beherzt und technisch sauber. In beiden Disziplinen konnte sie sich bis ins Finale vorkämpfen. Nur knapp unterlag sie in beiden Finalkämpfen ihren Gegnerinnen. Die „Prinzessin“ wurde damit zweifache Vize-Weltmeisterin. Von ihr wird man sicherlich auch in Zukunft noch einiges an Erfolgen zu sehen bekommen.

Ibrahim Gülhan lief zur persönlichen Höchstform auf. Mit viel Verstand und Können besiegte er einen Gegner nach dem anderen und holte sich den Weltmeistertitel im Leichtkontakt Kickboxen bis 65 kg.

Bei Marco Morelli zeigte sich seine langjährige Kampferfahrung und Abgeklärtheit. Er trat in drei Gewichtsklassen zwischen 85 kg und plus 90 kg, im Pointfighting und im Leichtkontakt sowie bei den Senioren und den Veteranen an und holte sich ganze fünf Mal den Weltmeistertitel. Marco, dessen Familie aus Italien stammt unterstützte das Team auch tatkräftig mit seinen Dolmetscherkünsten und war damit schnell unersetzlich.

Andre Schendel alias „Spiderman“, erschien bereits zum Frühstück im Kampfdress, war immer als erster komplett vorbereitet und überzeugte genau so strukturiert und durchdacht in seinen Kämpfen. Scheinbar selbstverständlich errang er den Weltmeistertitel im Vollkontakt Kickboxen bis 70 kg.

Erik Frantz hatte es nicht so leicht. Zwar waren seine Kombinationen überzeugend und treffsicher, doch der Ringrichter hatte ohne erkennbaren Grund ständig etwas zu bemängeln. Der erst 16jährige „Seewolf“ von der Statur eines Hünen ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und erkämpfte sich sowohl in der Gewichtsklasse bis 80 kg als auch in der Gewichtsklasse bis 85 kg souverän den Titel „Weltmeister im Leichtkontakt Kickboxen 2013“. Ebenso souverän meisterte Natalie John ihre Kämpfe. Die „Deutsche Eiche“ verfügt über langjährige internationale Kampferfahrung und arbeitet seit fast 10 Jahren mit Ferdinand „Supermack“ als Coach zusammen. Ein wenig kämpferisches Feingefühl und gezielte Anweisungen des Coachs führten zum ersehnten Erfolg: Natalie John wurde Weltmeisterin im Vollkontakt und im Leichtkontakt Kickboxen.

Andrea Orosz hatte in ihrem Vollkontaktkampf noch leichte Startschwierigkeiten, die der international erfahrenen Kick- und Thaiboxerin ein wenig die Lockerheit nahmen. Die Gegnerin nutzte dies für eine Vielzahl von Faustaktionen mit denen diese punktete und letztlich gewann. Überzeugend und souverän trat Andrea hingegen einen Tag später in der Disziplin Vollkontakt Kickboxen mit Lowkicks an. Sie dominierte klar mit kurzen, harten Schlägen und knackigen Treffern zum Bein und Körper. Diese erkennbare Überlegenheit verschaffte Andrea einen solchen Respekt, dass die Finalgegnerin bereits vor Beginn des Kampfes das Handtuch warf und Andrea Orosz verdient den Weltmeistertitel bei den Damen bis 60 kg erhielt.

Sarah Mester, die blonde Frohnatur, die schon in der Vergangenheit einen Weltmeistertitel im Kickboxen erlangte, trat bei den Damen in der Gewichtsklasse über 65 kg an. Im Leichtkontakt kämpfte sie sich bis ins Leichtkontakt-Finale vor, unterlag dort aber ihrer Gegnerin, die Sarah mit ihren vielen Aktionen in leichte Schwierigkeiten brachte. Im Vollkontakt-Finale traf Sarah auf selbige Gegnerin. Sie war jetzt vorbereitet und gewappnet. In einem beherzten Kampf siegte Sarah und holte sich damit den Gürtel und den Titel „Campionessa di Mondiale“, wie es auf Italienisch so schön heißt.

Viktor Krahl lieferte nicht nur einen gigantischen Kampf, sondern gleich dazu eine Show, die den Gegner schlecht aussehen ließ. Der „Frechdax“ machte seinem Namen alle Ehre. Schnelle und knackige Aktionen, tänzeln wie Mohammed Ali, Ausweichmanöver und gesprungene Kicks, sorgten für Aufsehen. Gewagt aber gut. Die Schule von „Supermack“ ist in diesem Talent deutlich zu erkennen. Viktor Krahl errang scheinbar mühelos den Titel des Weltmeisters im Vollkontakt Kickboxen bis 75 kg.

Für Aufsehen und Staunen sorgte auch Selim Kocaoglu, der in gleich drei Gewichtsklassen im Pointfighting startete. Mit gesprungenen Kicks, die an Figuren aus Videospielen erinnerten, Kombinationen und „Flugaktionen“ die schier unmöglich scheinen, verblüffte er seine Gegner und amüsierte die Zuschauer. Er gewann in der Gewichtsklasse bis 70 und bis 80 kg den Weltmeistertitel im Pointfighting und erhielt den Technikerpreis des Turniers. Nicht ganz verständlich war die Wertung in einem Kampf von Selim in der Gewichtsklasse bis 75 kg, bei dem eine Vielzahl von Selims Treffern nicht gewertet wurde. In dieser Gewichtsklasse erreichte Selim Kocaoglu den 3. Platz. Selim erwies sich mit seinen präzisen Tipps zudem als guter Pointfighting-Coach für die anderen Kämpfer.

Eine stolze Leistung erbrachte auch Marina Vlaskalic im Pointfightig bei den Damen bis 55 kg und bis 60 kg. Marina trat erstmalig bei einer Weltmeisterschaft an. Mit extrem schnellen Kicks und vielen Kopftreffern holte sich Marina mehrfach Drei-Punkte-Wertungen. In spannenden Kämpfen auf hohem Niveau errang Marina in beiden Gewichtsklassen den Weltmeistertitel.

Herbert Rubner holte sich mit seiner Spezialtechnik im Pointfighting immer wieder Punkte durch Fausttreffer und unterlag dabei lediglich Marco Morelli. Herbert erkämpfte sich den Vize-Titel in der Gewichtsklasse über 90 kg bei den Senioren und bei den Veteranen. Die kleinsten unter den Großen zeigten ihre Ausdauer bereits im Vorfeld. Geduldig warteten sie auf ihren Auftritt und zeigten dann volle Leistung. Insbesondere der elfjährige John Marc Schweiger, von den Kämpfern „Piccolo Ninja“ genannt, glänzte souverän bei seiner traditionellen Form mit dem „Bo“, einem 1,52 m langen Stock aus Roteiche. In der aus Okinawa stammenden Kata wird Wert auf saubere Ausführung der Stockschläge und Bewegungen gelegt, die – ohne Gegner - einen Kampf simulieren. Mit Stolz und Würde erhielt John den Weltmeistertitel in der Disziplin „Traditionelle Kobudo“ bei den Kids und darüber hinaus den dritten Platz in den offenen Waffenformen.

Die elfjährige Kirstin Hengl stellte sich engagiert einer deutlich größeren Gegnerin in der Gewichtsklasse bis 35 kg der weiblichen Kids im Pointfighting, musste sich ihr aber geschlagen geben und erreichte damit den 2. Platz. 

Michael Junk, der mehrere Waffen des klassischen Kobudo beherrscht, wählte dieses Mal die Sai-Gabeln für seine Kata-Vorführungen. Damit konnte er im „Kobudo traditionell", als auch bei den "offenen Waffenformen" (Männer Ü18) - gleich 2 x den Weltmeistertitel erringen.  Im Rahmen der Veranstaltung wurde Michael Junk außerdem eine weitere Ehre zuteil. Ihm wurde, für seine besonderen Leistungen für den Sport und von der Kommission der IAKSA, der dritte Dan im Karate verliehen.

Ferdinand Mack, der das Team als Supervisor anleitete und noch vor einigen Jahren bereits selbst als einer der weltbesten Kämpfer mehrere Amateur- und Profi-Titel im Kickboxen erkämpfte, wurde für seine besonderen Leistungen mit dem 8. Dan. ausgezeichnet. Ferdinand Mack und Hasan Arslan waren sichtlich überwältigt von ihrem Team. Die IAKSA Germany ist stolz auf seine Kämpfer.

 

Text: Natalie John (Vielen Dank!)

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Kommentare: 5
  • #1

    Manfred W. (Mittwoch, 10 April 2013 15:25)

    Hallo Natalie, toller Bericht und Gratulation zu deinen beiden Weltmeistertitel.
    LG. M.

  • #2

    John Marc "Piccolo Ninja" (Freitag, 12 April 2013 20:12)

    Hallo ihr Lieben,
    ich will mich nochmal ganz herzlich für die tolle Unterstützung und für alles andere bedanken. Ich wünsche euch viel Erfolg am
    27.04.13. Wir sehen uns dann in Frankenthal.
    (keine Gefangenen).Viele Grüße von Jens und John
    Piccolo Ninja.

  • #3

    Frank Welge (Dienstag, 16 April 2013 15:51)

    Hallo Natalie, die allerherzlichsten Glückwünsche und Gratulationen zu Deinen Weltmeistertiteln!!! Nun fehlt nur noch der ersehnte Kampf und Gewinn gegen Christine Theiss!
    Weiterhin viel Erfolg ohne Beulen!!

  • #4

    Murat Sandikci (Freitag, 24 Mai 2013 09:16)

    En Saglami duran kirmizi gömlekli. Adam isi biliyor.

    Selam Murat

  • #5

    Yuru Drugin (Montag, 02 Dezember 2013 08:22)

    Sehr geehrter Herr Kollege !
    Unser offizieller internationale Vereinigung der IAKSA-IAKSA PRO lädt Ihre Organisation beizutreten unserer Organisation. Wir sind offizieller Nachfolger eines der ältesten Organisation IAKSA. Unsere Website www.iaksapro.com
    Gert Лимменс einer der Gründer der Präsidenten der IAKSA, die er sehr gut kennt mich.
    Mit freundlichen GRÜßEN,
    Yuri Другин
    der Präsident der IAKSA-IAKSA PRO

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